Samothraki ist eine gebirgige und wasserreiche griechische Insel in der nördlichen Ägäis. Geographisch und historisch zählt die 180 km² große Insel zur Region Thrakien. Das Massiv des Fengari im Inselzentrum prägt die Topographie. Der höchste Gipfel Marmara erreicht 1611 Meter. Im Gegensatz zu den steilen und zerklüfteten Bergen im Inselinnern ist der Küstenverlauf Samothrakis grösstenteils flach, bestehend aus Kiesel- und Sandstränden. Die Südostküste, beim Kap Kipos, ist von steil aufragenden, schwer zugänglichen Klippen geprägt.

Samothraki verfügt über besondere Naturschönheit, mit steilen Bergen, reicher Flora und Fauna, ausgedehnten Wäldern, Bächen, Wasserfällen, kleinen Seen. Es gibt zwei Hauptorte: Kamariotissa und Chora.

Der Hauptort der Insel, Chora (Samothraki) liegt ca. 5 km östlich von Kamariotissa. Sehenswert sind die kleinen und dicht gepackten Häuser. Chora befindet sich am Fusse eines Hügels und ist vom Meer fast unsichtbar. Es war versteckt gebaut, um sich im Mittelalter vor Piratenangriffen vom Meer zu schützen. Das Dorf mit seinen verwinkelten, engen Gassen und seiner Festung, ist das schönste Dorf der Insel. Von dem grossen, zentralen Platz mit einigen Tavernen, hat man einen schönen Blick über das Meer.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Samothraki befinden sich auf der Nordseite der Insel: das Heiligtum der grossen Götter.

Ein grosser Teil des Heiligtum der Grossen Götter, bei Paleopoli, ist im Laufe der Zeit verfallen, aber die Lage in einer bewaldeten Schlucht ist spektakulär. Hier fanden Archäologen die berühmte Statue der griechischen Siegesgöttin Nike. Als die «Nike von Samothrake» steht sie heute im Louvre in Paris. In Paleopoli gibt es eine Reproduktion.
Das Heiligtum der grossen Götter geht auf die vor-griechische Periode zurück. Das runde Gebäude, das einst hier stand, das Arsinoeion, wurde 285 v. Chr. im Auftrag der Königin Arsinoe von Thrakien gebaut. Es war das größte runde Gebäude, das jemals in der griechischen Antike gebaut wurde und war ein Ort, an dem Opfer stattfanden. Das Hieron ist die markanteste Ruine auf dem Gelände, wegen der Säulen, die im Jahr 1956 wieder errichtet wurden. Der Kult der grossen Götter oder Kabiren existierte in der griechischen Antike als Mysterienkult neben der Verehrung der olympischen Gottheiten. Die Aufnahme in eine solche Kultgemeinschaft erfolgte gewöhnlich durch spezielle Initiationsriten. Weil die Mysterienkulte ihre Geheimnisse weitgehend gewahrt haben, können ihre Mythen und Riten kaum rekonstruiert werden und so gibt es nur viele Mutmassungen anhand antiker Schriften und archäologischer Funde. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass nicht nur freie griechische Männer, sondern auch Frauen, Kinder, Nichtgriechen und Sklaven zu den rituellen Handlungen zugelassen wurden. Die Einweihungszeremonien fanden nachts mit verschiedenen Altaropfern und rituellen Tänzen statt.